Monatsspruch Juli 2019

Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. (Jakobus 1, 19)

Eine häufige Ursache zwischenmenschlicher Konflikte ist fehlende oder unzureichende Kommunikation. Wir reden viel und reagieren schnell, meist nehmen Emotionen bereits vorder Beendigung einer Aussage überhand. Wir reagieren, bevor wir hören. Wir sind auf 180, so drücken wir es aus, wenn der Blutdruck steigt und der Brüller sich schon den Weg ins Freie sucht. In der Psychologie ist „aktives Zuhören“ ein eigenes Forschungsthema. Jemanden wirklich zuzuhören erfordert Aufmerksamkeit, Konzentration, Willen und Übung.

Ein menschliches Grundbedürfnis ist es, gehört und gesehen zu werden. Der Vers in Jakobus ist an die Christengemeinde Jesu gerichtet, Hintergrund des Briefes könnten Streitigkeiten und Missverständnisse der paulinischen Schriften innerhalb der Gemeinden gewesen sein. Es geht um das Hören des Wortes Gottes und die eigene Reaktion darauf – die emotionale Reaktion und die Handlungsreaktion. „Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden und langsam zum Zorn“ beinhaltet zudem auch eine aktive Aufforderung, den Prozess des Zuhörens einzuüben und sich die Zeit und Stille dafür zu nehmen. Wer hören will, der kann nicht gleichzeitig reden. Wer hören will, der muss zunächst einmal still sein.

Das, was wir in der zwischenmenschlichen Kommunikation oftmals verpassen, wenn wir unseren Gegenüber nicht wirklich Zeit und Aufmerksamkeit schenken, um ihn zu hören und zu sehen, kann weitreichende Folgen mit sich bringen. Dinge, die nie so gesagt oder gemeint wurden und Dinge, die gesagt, aber nicht gehört wurden, schaffen emotionale Distanzierung, Isolation und Streitigkeiten. Wir sind darauf angewiesen, einander zu hören, wenn wirzwischenmenschliche Verbindungen schaffen wollen. Und noch viel mehr sind wir darauf angewiesen, das Wort zuhören, das uns Leben gibt und Handlungsanweisungen für ein gutes, lebensbejahendes Miteinander bereitstellt. Der Vers in Jakobus darf auch heute als eine Einladung, ein Hinweis und eine Aufforderung verstanden werden, sich die Zeit zu nehmen, Gottes Wort zu hören. Und er darf als eine Einladung und eine Erinnerung wahrgenommen werden, sich die Zeit zu nehmen, einander zu hören.

Viele gute Dinge nehmen im Kleinen, Unscheinbaren ihren Anfang. Vielleicht ist das Zuhören einer dieser Anfänge, die Großes bewirken. Eine Entscheidung, in die es sich lohnt, Zeit und Energie zu investieren. Gerade in diesen Tagen und Wochen, in denen wir unterwegs sind an den verschiedensten Urlaubsorten sind wir eingeladen, andere Menschen wahrzunehmen, wenn sie mit uns im Hotel oder der Herberge, auf dem Campingplatz oder in der Ferienwohnung wohnen. Gerade in den Ferien schenkt Gott uns die Zeit sein Wort in den verschiedensten Andachten und Gottesdiensten zu hören oder in der Bibel zulesen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Zeit.

Ihre Pfarrerin Evelin Franke

Monatsspruch Juni 2019

Wir hören sie in unseren Sprachen die großen Taten Gottes verkünden. Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? (Apg. 2,11f)

„Ich verstehe nur noch Bahnhof!“ – Stoßseufzer angesichts von Ratlosigkeit.

Die Pfingstgeschichte in der Bibel erzählt davon , dass eine der wichtigsten Wirkungen des Geistes Gottes die ist, das alle das Reden der Apostel verstehen, die Sprache wieder das ist, was sie zuallererst sein soll, ein Verständigungsmittel. Das gelingt auch deswegen, weil der Geist Gottes ein Geist der Liebe ist. Denn das sich Menschen nicht mehr verstehen, obwohl sie die gleiche Sprache sprechen, liegt oft daran, dass sie einander nicht (mehr) lieben und schätzen.

Ein aufmunterndes Lied von Clemens Bittlinger haben wir im Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden gesungen: „Wir wollen aufstehen, aufeinander zugehn, voneinander lernen, miteinander umzugehn… und uns nicht entfernen, wenn wir etwas nicht verstehn.“

Ich wünschen uns, dass wir dies in unserer Gemeinde erleben: dass wir verstehen und verstanden werden, dass wir mutig nachfragen, wenn wir etwas nicht verstanden haben, und geduldig zuhören, wenn uns jemand erst einmal nicht versteht. Denn dann ist der Geist Gottes in unserer Gemeinde lebendig. Und mehr brauchen wir nicht. In diesem Sinne sollten wir Pfingsten feiern.

Ich wünschen uns und unseren Lieben ein gesegnetes Pfingsfest!

Ihre Pfarrerin Evelin Franke

Monatsspruch Mai 2019

Gib mir einen neuen, beständigen Geist (Psalm 51,12)

Liebe Gemeinden.

Vielleicht fällt es uns schon gar nicht mehr auf, weil wir so viele Dinge im Kopf haben; aber wenn wir uns, unseren Wohnorten per Auto, Bus oder zu Fuß näheren, begrüßt uns als erstes der Kirchturm. Der Turm ist das Symbol für die Beständigkeit.

Der Buttstädter Kirchturm wird am 3. Mai eine neue Bekrönung bekommen. Einen Engel mit einer Posaune in der Hand. Wie sieht die Spitze ihres Kirchturms aus? Welche Bedeutung hat sie? Wir Menschen leben nicht nur von der Veränderung, sondern auch von der Bewahrung des Guten und Bewährten. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit ist es wichtig, dass es Konstanten gibt, die so etwas wie ein Geländer darstellen, an dem wir uns orientieren können. Unsere Gesellschaft lebt nicht von den „Eintagsfliegen“, sondern von Menschen, die eine für richtig erkannte Überzeugung beharrlich, ausdauernd und glaubwürdig vertreten und durchsetzen. Sie lebt von denen, die Zivilcourage zeigen, die den Mut haben, auch unbequeme und unpopuläre Positionen zu vertreten und andere davon zu überzeugen.

Ich möchte Sie davon überzeugen, dass Gottesdienste viel mehr Spaß machen, wenn sich recht viele dazu versammeln und nicht nach Ausreden suchen. Es gibt keine Alternative zum Gottesdienst, weil ich die Gemeinschaft mit Gott und meinen Mitchristen nirgends so erleben kann. In einem alten Lied der Bibel bittet ein Mensch Gott: Gib mir einen neuen, beständigen Geist (Psalm 51,12). Eine Bitte, in die ich nur einstimmen kann.

Mit herzlichen Grüßen für Sie und ihre Familien
Ihre Pfarrerin Evelin Franke

Monatsspruch April 2019

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Matthäus 28, 20)

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei…“, so heißt es in einem älteren Karnevalsschlager. Danach beginnt die Fastenzeit, die bis zum Ostersonntag andauert. Aber, wen interessiert dies schon? Bei den meisten Menschen geht das Leben weiter, wie bisher. Die Feste werden gefeiert, wie sie fallen und wenn sich doch jemand einschränkt in seinem Lebensstil, einmal versucht in diesem Leben auf etwas zu verzichten, so hat es meist keinen religiösen Hintergrund oder Untergrund. Unser Leben ist nicht mehr auf der Tatsache gegründet, dass alles Leben – ich selbst eingeschlossen – von Gott kommt. Das heißt, ich habe in diesem Leben das Gegenüber verloren und irre eigentlich nur noch ruhelos durch die Zeit. Die Fastenzeit will uns helfen, durch Verzicht Ruhe und auch Gott wieder zu finden. Es handelt sich keineswegs um eine Bußübung aus dem Mittelalter.

An einigen Beispielen mag uns das deutlich werden. Wenn ich versuche eine Zeitlang auf Alkohol zu verzichten, kann ich sicher darüber nachdenken, wieso ich meinen Körper vorsätzlich zerstöre und habe vor allem am nächsten Tag einen klaren Kopf für mein Leben. Wenn ich versuche, weniger Fleisch zu essen und auch am Sonntag auf die üppige Küche zu verzichten, habe ich mehr Zeit für die Familie und auch für den Gottesdienst. Der Verzicht auf Fernsehen bringt uns als Familie bestimmt wieder näher. Miteinander spielen, erzählen, lesen oder auch schweigen… sich zueinander auf den Weg machen.

Niemand von uns würde einen Baum in den Sand pflanzen. Beim ersten Sturm würde der Baum entwurzelt. Viele von uns laufen als solche entwurzelte Bäume herum, versuchen in allem Möglichen Halt und Hilfe zu finden und werden letztlich enttäuscht. Ich glaube, Gott enttäuscht uns nicht – auf ihn können wir uns verlassen im Leben und im Tod. Sein Versprechen gilt einem jeden von uns, an jedem Tag – an den hellen Tagen und an den dunklen, an den Tagen, an denen wir gar nicht aufstehen mögen und an denen, die wir kaum erwarten können.

Am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei…Nie ist alles vorbei. An dieses Versprechen dürfen wir uns halten. „Siehe, ich bin bei euch, bis an der Welt Ende.“

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen für Sie und Ihre Lieben!

Ihre Pfarrerin Evelin Franke

Monatsspruch März 2019

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein. (1. Samuel 7,3)

Genießen sie die ersten Sonnenstrahlen genauso wie ich? Wenn ich das Gesicht der Sonne zuwende, erlebe ich so viel Freude und neues Leben. Ich empfinde neues Glück. Es geht aufwärts. Die Tage werden länger. Mein Kopf ist voll von neuen Gedanken und Ideen. In einem Sprichwort heißt es: Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich. Um diese Kraft des Lichts zu spüren, muss ich mich bewegen, etwas tun. Nicht mehr in den dunklen Ecken kramen und verweilen, sondern eine neue Haltung einüben.

Der Monatsspruch für den Monat März aus dem Alten Testament lädt uns ein, unser Herz zu bewegen, es zu wenden. Dazu braucht es keine körperliche Anstrengung. Es ist mehr eine Übung der Gedanken. Wo sind denn meine Herzensgedanken festgemacht? Wenn ich mich jetzt auf den Weg mache, wird mir eine Menge einfallen: meine Gesundheit, mein Geld, meine Familie, mein Urlaub, meine Zukunft, meine Rente, mein Verein, mein Dorf, meine Stadt, mein Land, mein Leben. Martin Luther hat es einmal so gesagt: „Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott.“  Der Prophet Samuel lädt sein Volk und mich ein zu einer Wende in mir. Dass ich mich an meinen Ursprung erinnere, an den der mich geschaffen hat, an den, der mich erlöst und zur Freiheit berufen hat. Mein Herz wenden heißt, Hartherzigkeit nicht die Oberhand gewinnen lassen bei meinen Entscheidungen, bei allem Tun und Lassen.

So wie wir wissen, dass nach langer Dunkelzeit wieder Wärme und Licht unser Leben erhält, so dürfen wir uns an die vielen wundersamen Gottesbegegnungen erinnern die in der Bibel erzählt werden oder uns Zuspruch in den alten Liedern holen: Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat, heißt es im Psalm 103 im 2. Vers.

Wenn ich zurückkehre zu ihm, werde ich anders sein, als am Anfang. Wenn ich mein Herz in Bewegung gebracht habe, finde ich sicher eine neue Orientierung. Amen

Mit herzlichen Grüßen für Sie und Ihre Familien! Bleiben Sie behütet!

Ihre Pfarrerin Evelin Franke

Monatsspruch Februar 2019

Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. (Römer 8,18)

In Zeiten des Leidens und der Verzweiflung ist es oft sehr schwer daran zu glauben, dass es einmal anders werden könnte. Ob mir dann solche Worte helfen? Einmal wird das Leben in die Waagschale legen, dann wird alles, was hier schwer gewogen hat, an Bedeutung verlieren.

Am Buttstädter Marktbrunnen wird diese Hoffnung ganz bildlich dargestellt. Wie können Michael den Erzengel sehen, mit einer Waage in der Hand und er wiegt unsere Seele (der Mensch, der auf der einen Schale sitzt). Der Teufel versucht von hinten einen Mühlstein auf die andere Waagschale zu legen, doch die Waage wird dadurch nicht beeinflusst. Es gibt kein Gewicht dieser Welt, was uns aus der Fürsorge und Bewahrung reißen könnte, selbst ein Mühlstein ist zu leicht. Manchmal kann ich es auch schon jetzt erleben, als habe Gott dieses große Versprechen unter uns schon in kleinen Augenblicken sichtbar werden lassen. Wenn der Streit endlich vorbei ist, wenn Menschen sich wieder in die Augen sehen können und einen neuen Anfang wagen. Wenn Not gelindert wird, durch unser Zutun.

Wenn wir gemeinsam singen: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem Neuen Tag. Es gibt Momente, in denen das, was schwer auf einem lastet, leichter wird. Eine Zentnerschwere Last beginnt sich aufzulösen. Sie wird manchmal vorsichtig, manchmal rasant vom Leben überholt. Und endlich öffnet die Welt sich neu, als läge sie vor mir wie ein neuer Morgen.

Ich wünsche dir, dass du auch dass annehmen kannst, was schwer war in deinem Leben. Das Schwere annehmen heißt, die Trauer darum loszulassen, wenn es an der Zeit ist. Den Raben fortzuscheuchen, der es sich auf deiner Schulter bequem machen will. Irgendwann brauchst du ihn nicht mehr. Dann ist das, was war, den weiten Weg von außen nach innen gegangen. Jetzt wohnt es in dir, wo es bleiben wird, aufgehoben in deiner Schatztruhe. Du kannst dich daran freuen und davon zehren und davon zehren auf den Wegen, die vor dir liegen. (Tina Willms)

Mit herzlichen Grüßen und guten Wünschen für eine gesegnete Zeit!
Ihr Pfarrerin Evelin Franke

Jahreslosung für das Jahr 2019

„Suche Frieden und jage ihm nach!“
(Psalm 34,15)

In uns allen aber lebt sie, die Sehnsucht nach Frieden. Wir haben Sehnsuchtsbilder in uns, Vorstellungen, wie Frieden auszusehen hat. Von Menschen, die sich die Hände reichen oder sich umarmen. Blumenwiesen mit Schmetterlingen, leuchtende Regenbogen und Tauben in allen Variationen… Alles wunderbar, gut und richtig. Wir sehnen uns besonders in solchen Zeiten wie diesen, nach einer hellen, harmonischen Welt! Aber mich persönlich auf die Suche machen und dem Frieden hinterherjagen? Wenn ich jage, muss ich mich bewegen, schnell sein, aufmerksam. Wenn ich jage, muss ich früh aufstehen, meinen gewohnten Weg verlassen, unwegsames Gelände betreten, still sein.

Wenn uns die Jahreslosung nun gerade dazu auffordert, dem Frieden nachzujagen, dann geht es um meinen ganzen Einsatz. Es geht darum, aktiv zu werden, aufzustehen, meinen bequemen Sessel zu verlassen, mich anzustrengen, um diesem kostbaren, scheuen Wesen, dem Frieden, auf die Spur zu kommen.

Wie angenehm wäre es doch, wenn der Friede uns einfach in den Schoß fallen würde!! Gott aber fordert uns auf, etwas zu tun: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ Das bedeutet: Dem Frieden unsere gesamte Aufmerksamkeit zu schenken. Uns nicht ablenken lassen und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Und wenn er in erreichbarer Nähe ist, ihn festzuhalten und alles zu tun, damit er bleibt! Unsere menschliche Natur sucht häufig etwas ganz anderes, sie hält nach Gelegenheiten Ausschau, bei denen ein anderer einen Fehler gemacht hat. Und schon stürzen wir uns darauf und vertreiben damit den Frieden, anstatt ihn festzuhalten.

Frieden nach biblischem Verständnis ist echte Beziehung. Beziehung zwischen Gott und mir und auch zwischen mir und meinen Mitmenschen. Wir können viel über den Frieden reden, aber Frieden machen fängt bei jedem persönlich an. Zu allererst bei mir selbst.

Doch unsere eigenen menschlichen Schwächen, die uns meistens selbst gar nicht bewusst sind verhindern, dass wir uns auf die Suche nach Frieden machen können. Wir haben den Blick auf uns selbst gerichtet, anstatt auf den friedvollen Umgang miteinander. Der Friede fängt da an, wo ich den anderen und mich selbst verstehen lerne. Wenn ich damit aufhöre mich selbst allzu wichtig zu nehmen und meine Mitmenschen als gleichwertig ansehe. Wenn ich auf den Anderen zugehen, ihn um Verzeihung bitten und/ oder ihm die Hand zur Vergebung reichen kann. Welch ein wunderbarer Friedensschluss! Frieden schenkt Versöhnung mit Gott und Menschen. Und Frieden hat Gerechtigkeit, Wahrheit und Güte im Gefolge. Im Frieden sind wir zufrieden. Doch Frieden ist niemals selbstverständlich, sondern immer zerbrechlich. Schneller zerstört als geschaffen. Gehen wir achtsam damit um! Und dann dürfen wir auch erleben, dass die so harmonisch-wunderbaren Friedensbilder ein Stück weit in unserem Leben Wirklichkeit werden und unsere Sehnsucht nach Friedensmomenten gestillt wird. Doch das Suchen nach Frieden wird nicht aufhören.

Lassen sie uns 2019 gemeinsam auf der Suche nach dem Frieden sein in unseren Häusern, an den Arbeitsplätzen, in den Schulen und in unseren Kirchengemeinden.
Bleiben sie auch im kommenden Jahr gesegnet und behütet!

Ihre Pfarrerin Evelin Franke

Monatsspruch für November

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. (Offenbarung 21,2)

Der November wird im Volksmund auch der Totenmonat genannt. Alles ist trübe und grau. Die Natur begibt sich langsam zur Ruhe. Die Blätter an den Bäumen sterben ab. Die letzten Blumen zeigen noch einmal ihre Schönheit. Es wird früher dunkel und später hell.

Irgendwie legt sich dieser Monat auch auf unser Gemüt, zumal wir jetzt auf den Friedhof gehen und die verwelkten Reste des Sommers von den Gräbern räumen und sie mit grünen Zweigen schmücken, zudecken. Erinnerungen sind greifbarer als sonst.

Das erste Weihnachten ohne die geliebten Menschen zu feiern tut weh. In all unsere Trauer und Bedrängnis hinein wird uns ein Bild eröffnet, ein Traum, eine Vision von etwas Neuem. Das, was es schon einmal gab, wird neu werden – das neue Jerusalem – und dieses Neue wird ganz schön sein. Überwältigend schön, festlich geschmückt, wie eine Braut an ihrem Hochzeitstag. Vollkommen neu und unversehrt.

Und es ist auch völlig klar, aus welcher Richtung das Neue kommen wird – aus dem Himmel, von keinem anderen als Gott wird es kommen.. Auch wenn wir mit unserer Weisheit am Ende sind, hält Gott noch etwas Neues für uns bereit. Einen Ort, eine Stadt, die so ganz anders ist als unsere jetzige Bleibe. Ein Stück vom Himmel dürfen wir erleben

Der Seher Johannes lädt uns ein mit seinem sehnsuchtsvollen Bild, dass er malt, auch ein Stück auf unser irdisches Sein zu schauen. In einem modernen Segenspruch heißt es: Ich wünsche dir, dass der Himmel sich einschreibt in deine Zeit, dass seine sanftmütige Schönheit dein Leben grundiert und seine Farben dich trösten und in dir träumen. Gott tröstet die Bedrängten und Verlorenen, höre ich Johannes sagen. ER findet. ER hütet die Sehnsucht: Alles kann anders werden.

Herzlich grüße ich Sie und Ihre Lieben!

Ihre Pfarrerin Evelin Franke

Was verstehen wir unter „den Sonntag begrüßen“

Das Sonntagsberüßen ist ein Ritual, das aus der jüdischen Tradition kommt. Wenn die Sonne untergeht und das Haus geputzt ist und der Tisch festlich gedeckt ist, werden in einer kleinen liturgischen Feier die Kerzen angezündet und es wird Gott für die vergangene Woche gedankt. Gemeinsam wird ein Psalmwort gebetet und vor Gott gebracht, was einem auf dem Herzen liegt. Brot und Wein wird gesegnet und miteinander geteilt. Dieses kleine Ritual geht über in ein gemeinsames Abendessen mit Gesprächen. Wer Lust hat kann etwas zum Essen beitragen (es besteht keine Verpflichtung) oder etwas vorlesen, oder einfach nur erzählen, was einem auf dem Herzen liegt. Man kommt sich näher, erfährt etwas voneinander, kann Leid und Freude miteinander teilen. Lassen Sie sich einladen. Ihre Pastorin Evelin Franke

Monatsspruch für Oktober

All mein Sehnen, Herr, liegt offen vor dir, mein Seufzen ist dir nicht verborgen. (Psalm 38, 10)

Ich flehe Gott voller Inbrunst an, und hoffe, gehört zu werden. ich hoffe auf Gottes Nähe und seinen Schutz. Meine Seufzer sind laut und vernehmlich. Es klingt wie eine Anklage. Die Last meines Herzens wiegt so schwer, dass es fast daran zerbricht. Mein Leid und mein Schmerz lassen mich krumm und gebückt gehen. Ich fühle mich von aller Welt verlassen.

Wie gut, dass wir in unserer Verzweiflung all unsere Nöte vor Gott ausbreiten können. Das Sehnen nach seiner Hilfe erwächst aus unserem Glauben. Jörg Zink sagt: „Der Herr ist nahe bei denen, die an sich selbst verzweifeln. Er hilft denen, die unter ihrer Schuld zerbrechen, denen die Lasten zu schwer sind und nimmt ihre Schuld von ihren Herzen.“ Unser Sehnen liegt offen vor Gott – unser Sehnen nach Frieden und nach Aufrichtigkeit der Menschen untereinander.

Wie sehr seufzen wir, wenn wir die täglichen Nachrichten zurzeit hören. Sie berichten von Attentaten, von Hungersnot in vielen Ländern Afrikas und dem Wassermangel dort. Und wir erfahren von Waffenexporten, die in die geschundenen Gebiete in der Welt getätigt werden. Wir rufen zu Gott, er möge den Mächtigen der Welt die Einsicht schenken, dass die Menschen sich nach Frieden, Sicherheit und Glück sehnen.

Ich kann beobachten, dass die Sehnsucht der Menschen nach Religiosität zunimmt, der Kirchbesuch aber eher abnimmt. Sehnen sich junge Leute in anderer Weise nach Gott als ältere? Verstehen Kirchenferne unsere Feste und Gottesdienste in der Art, wie wir sie feiern, so, wie sie gemeint sind? Geben diese nicht nur Raum zur Buße, zum Seufzen und Klagen, sondern auch Hilfe zur Stärkung, Hoffnung und Trost? Trauen wir uns, unsere Schuld in der Gemeinschaft laut vor Gott zu bringen oder tun wir das vielleicht nur am Karfreitag und zu Buß-und Bettag? Kommen im heutigen Sprachgebrauch die Worte „Sehnen und Seufzen“ noch vor? Es lohnt sich, über das alles nachzudenken, ihm nachzuspüren.

Dennoch aber vertrauen wir fest darauf: Trotz aller Probleme und Verzweiflung hat Gott uns sein Geleit zugesagt.

Segenswunsch: ich wünsche Dir Zeit, um Dich selbst zu besuchen. Um Dich einzuladen auf eine Tasse Kaffee oder Tee, Dich zu fragen: Wie geht es Dir? Und Dir dann freundlich zuzuhören. Ich wünsch Dir, dass Du spürst: Einer sitzt mit Dir am Tisch. Du und das was Dich bewegt sind gut aufgehoben bei ihm. Amen.

Gottes Segen für Sie und Ihre Lieben wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Evelin Franke.