Martinsumzüge in Buttstädt und Willerstedt entfallen

Martinsumzüge und dazu gehörige Veranstaltungen fallen aus. Ich möchte Sie einladen, am 11. November ab 17 Uhr eine Laterne ins Fenster oder an die Tür zu stellen. So können Eltern und Kinder mit ihrer Laterne an diesem Tag durch den Ort laufen und Martinslichter „zählen“. Auch können Sie an diesem Abend ein Martinshörnchen miteinander teilen und so daran denken, dass es dem Heiligen Martin darauf ankam, niemanden zu vergessen.

Danksagung von der Buttstädter Tafel

Die Tafelausgabestelle Buttstädt dankt!

Seit Anfang September fand die alljährliche Tradition des Erntedankes in den Kirchengemeinden statt. Auch wir als Tafel empfinden den Gedanken des Teilens und Weitergebens an Bedürftige und Notleidende als gelebte Nächstenliebe.

Bereits seit zwei Jahren steht die Ausgabestelle Buttstädt der Tafel Sömmerda in Kooperation zu den umliegenden Kirchengemeinden und kann sich über eine große Spendenbereitschaft und den Zuwachs von weiteren sieben Abholstellen freuen.

Die schwierige Zeit, die wir alle durch die Folgen und Einschränkungen von Covid-19 durchleben, verlangt besondere organisatorische Anforderungen, gegenseitige Rücksichtnahme und Achtsamkeit, damit Großveranstaltungen, auch Gottesdienste, wieder stattfinden können. Wir bedanken uns bei den Gemeinden und ihren Mitgliedern, dass sie diesen erhöhten Aufwand in Kauf genommen haben, um gewohnte Strukturen wiederzuerlangen und an ihren christlichen Traditionen festzuhalten.

Ein besonderer Dank gilt auch den Verantwortlichen, die sich mit großem Engagement um die Organisation kümmerten und eine hervorragende Logistikplanung erstellten.

Die außergewöhnliche Spendenbereitschaft rührte unsere Abholer*innen und uns sehr. Wir freuten uns über die zahlreichen Lebensmittel- und Geldspenden.

Mit freundlichen Grüßen

Das Team der Tafel Sömmerda – Ausgabestelle Buttstädt

Informationsabend zur Buttstädter Fincke/Herold-Orgel

 

Am Dienstag, dem 29.09.2020, dem Michaelistag, fand in der Buttstädter Michaeliskirche eine Andacht zum Kirchweihfest statt. Die Buttstädter Kirche hat den Erzengel Michael als Schutzpatron. Frau Henske, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Buttstädt, begrüßte die Gäste und erinnerte daran, dass an diesem Tag vor 510 Jahren der Grundstein zum Kirchenbau gelegt wurde.

Pfarrer Johannes Schmidt stellte in seiner Predigt die Erzengel vor, die in der Bibel in verschiedenen Geschichten auftreten und die auf dem barocken Altar zu finden sind. Er stellte im Besonderen den Erzengel Michael vor, der sowohl Schutzpatron von Buttstädt als auch vom deutschen Volk ist. Auch stellte er viele Pflanzen vor, die Engelsnamen tragen. Nach der Andacht führte Herr Zimmermann, Referent für Orgeln in der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland, durch einen interessanten Vortrag über die Orgel in der Michaeliskirche. Er begann damit, den Aufbau und die Funktionsweise einer Orgel zu erklären. Dann ging er speziell auf den Orgelbau zu Buttstädt ein.

Im Jahr 1696 beginnendie Arbeiten für die neue Orgel auf der 3. Empore durch den Orgelbauer Herold (Apolda). Der Orgelbauer Herold stirbt 1700 in Apolda. Schon 1701 werden die Arbeiten durch seinen Gesellen Fincke weitergeführt. Ein neues Abnahmegutachten wird 1724 erstellt durch den Organisten der Stadtkirche St. Peter & Paul in Weimar, nochmalige Instandsetzungsarbeiten sind nötig geworden. In den Jahren 1722 – 1762 wird Johann Tobias Krebs, der Vater des späteren Bachschülers Joh. Ludwig Krebs Organist an der Michaeliskirche. Es erfolgte ein Umbau und eine Umdisponierung der Orgel von 1764-1766 durch Joh. Michael Hartung (Schlossvippach). 1818 – 1822 war wieder eine große Reparatur durch den Orgelbauer Wilhelm Ernst Kirchhof aus Herressen b. Apolda notwendig. Wiederholte Umbau- und Reparaturarbeiten erfolgten 1847 an der Orgel durch Orgelbauer Joh. Michael Menger, den Abnahmeprüfbericht erstellte Prof. A. Töpfer aus Weimar. Die Prospektpfeifen werden für Kriegszwecke im Jahre 1917 ausgebaut. Der Wiedereinbau neuer Prospektpfeifen (aus Zink) und eine Generalüberholung der gesamten Orgel erfolgte 1933 durch den Orgelbauer Gerhard Kirchner aus Weimar. Erstmals wurde ein elektrischer Gebläsemotor durch den Orgelbaubetrieb Sauer, Frankfurt/Oder eingebaut. Sachgerechte Restaurierung der Orgel wird nun bescheinigt durch Landeskirchenmusikdirektor Prof. Erhard Mauersberger (dem späteren Thomaskantor in Leipzig). 1978 wird die Orgel wegen der vorläufigen Schließung der Kirche aus bautechnischen Gründen das letzte Mal gespielt durch den damaligen Kantor Horst Mey. Herr Zimmermann knüpfte auch viele Anmerkungen aus der damaligen Zeitgeschichte ein. Zum Schluss erläuterte er die historische Bedeutung der Buttstädter Orgel, da Johann Tobias Krebs in den Jahren 1722-1962 in Buttstädt als Kantor an der Orgel wirkte. Er war der Vater von Johann Ludwig Krebs, der bei Johann Sebastian Bach in Weimar Schüler war und bedeutende kirchliche Stücke schuf. Herr Zimmermann hofft, dass diese bedeutende Orgel bald restauriert werden kann.

Im Anschluss konnten wir vom 89-jährigen Herrn Schmidt-Mannheim, Organist, Komponist, Orgelsachverständiger und Träger des Bundesverdienstkreuzes, erfahren, wie er als Jugendlicher durch seinen Großvater das Spielen der Orgel erlernte. Er erzählte uns von seiner Jugendzeit in Buttstädt in der Kriegs- bzw. Nachkriegszeit. Die Fincke-Herold-Orgel faszinierte ihn so sehr, dass er die Geschichte der Orgel fast lückenlos aufarbeitete. Es war sehr spannend, zu hören, was er als Jugendlicher erlebte und wie das Leben damals war. Hans Schmidt-Mannheim war von1976–1994 Direktor der Fachakademie für evangelische Kirchenmusik in Bayreuth.

Danach gab es noch Gelegenheit für die Interessierten, Fragen an die beiden Referenten zu stellen.

Die Buttstädter Orgel solle wieder bespielbar werden, wünschenswert ist die Herstellung des Originalzustandes. Dafür hat die Kirchengemeinde vom Bund 6 Millionen Euro in Aussicht gestellt bekommen, um die Kirche und die Orgel zu restaurieren. Nun gilt es, ein Nutzungskonzept zu erstellen sowie ein Sanierungskonzept vorzulegen, mit denen die Fördermittel abgerufen werden können.

Dafür suchen wir weitere Interessierte und Orgelbegeisterte, die gern mitwirken möchten. Diese Menschen bitten wir, sich an die Kirchengemeinde Buttstädt zu wenden. Wir freuen uns auf Sie!

Andacht für Oktober 2020

„Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen liegt in des Himmels Hand. Der tut mit leisem Wehen, sich mild und heimlich auf und träuft wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.

Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn. drum dankt ihm dankt und hofft auf ihn.“

So heißt es in dem wunderbaren Lied von Matthias Claudius. Unser Leben und alles, was uns geschenkt wird, kommt von Gott. Wenn wir einmal mit diesem Blick auf uns und unser Dasein schauen, dann werden wir feststellen, mit wie viel Reichtum wir tagtäglich beschenkt werden. Wenn wir natürlich meinen, alles ist unser Verdienst, was wir sind und haben, dann könnte sich ganz schnell die Unzufriedenheit in unserem Leben breit machen. Zuerst über mich selbst, über meine Mitmenschen, über die Regierung, über eben alles…Ich fühle mich als zu kurz gekommener, als einer oder eine, dem alles Mögliche fehlt…Schnell werde ich missmutig und auch böse. Ich suche Schuld und Schuldige.

Ich möchte uns einladen, dass wir immer öfter einen Moment stille halten und so beten können:

Alle guten Gaben, alles was wir haben,

kommt, oh Gott, von dir,

wir danken dir dafür. Amen

 

Erntedank – das Fest, das uns die Augen öffnet für das alltägliche Wunder des Lebens. Ausreichende und gesunde Nahrung: keine Selbstverständlichkeit. Erde, die Leben hervorbringt und Mittel zum Leben: keine Selbstverständlichkeit, sauberes, genießbares Wasser: keine Selbstverständlichkeit. Wer dies erfährt, wächst in eine Kultur der Dankbarkeit hinein, eben Erntedank. Deshalb will dieses Fest in den Alltag wirken und hinein strahlen, so dass der Dank unseren Alltag durchdringe.

Mit herzlichen Grüßen für Sie und Ihre Lieben Ihre Pfarrerin Evelin Franke

Bleiben Sie behütet.