Monatsspruch für März

„Jesus Christus spricht: Wachet!“ (Mk.13,37)

Was könnte mit dieser Aufforderung gemeint sein? Jesus bittet Menschen zu wachen, wach zu bleiben, um wie im Garten Gethsemane gemeinsam mit ihm zu beten. Und er ist traurig, als er sie schlafend findet. Wie oft habe ich am Bett der Kinder wachend verbracht, um sie zu trösten, wenn sie aus dem Fieberschlaf aufgeschreckt sind.

„Wachet“, das ist anstrengend, die eigenen Bedürfnisse stehen im Hintergrund. Meine ganze Aufmerksamkeit ist gefragt. Ich passe auf etwas auf. Auf ein Haus, auf einen Menschen, auf ein Tier… Jesus bittet seine Jünger und auch uns heute, die Liebe zu hüten, dieses hauchzarte Zelt, in dem Gott selbst wohnt. Auf diese Weise passen wir auf Gott selbst auf, überall dort, wo er gefährdet ist. Keiner kann immerzu wachen, schon gar nicht allein.

Wachablösung tut not, um sich ausruhen zu können. Es gibt auch Zeiten, da eigne ich mich nicht zum Wachen, weil ich erschöpft bin von Trauer, Sorge oder Angst. Dann wieder fühle ich mich stark und erfüllt von frischer Kraft. „Wachet“ Gott ist ein Angewiesener. Er braucht uns, um sein Haus und seine Menschen zu hüten, zu behüten. Gott setzt mich ein als Hüterin oder als Hüter. Nach meinen Kräften erfülle ich dieses Amt. Und wenn ich erschöpft bin, ruhe ich mich aus, und vertraue es anderen an. Ich halte Gott in der Welt und lass mich halten von seiner Liebe.

Segenswunsch
Ich wünsche dir, dass du wach bleibst, aufmerksam und konzentriert, wenn ein anderer dich braucht. Aufgeweckte Augen wünsche ich dir, scharfe Sinne und einen ausgeschlafenen Geist, damit du die Not deines Gegenübers erkennst.
Einen klugen Kopf wünsche ich dir, Fantasie und Pfiffigkeit, um das Leid eines anderen Menschen zu lindern. Und dass du nicht müde wirst, deinen Nächsten zu begleiten und ihn zu stärken auf schweren Wegen. Amen.

Mit herzlichen Grüßen für Sie und Ihre Lieben!
Ihre Pastorin Evelin Franke