Aus den Gemeinden

In Hardisleben wurde am Freitagabend, dem 25.06.2021 der Johannistag mit einem Gottesdienst begangen. Da die Kirche den Namen Johannes Baptista trägt, wird immer ein schönes Fest im Anschluss an den Gottesdienst ausgerichtet. Die Gemeinde lud ein zu Deftigem vom Grill und Getränken. Wer wollte, konnte sich im Kränze Binden üben. Und dabei sind sehr viele schöne Kränze entstanden. Zeitweilig reichten die Blumen nicht aus und da wurden nochmals die Gärten geplündert.

Es ist bereits zur festen Tradition der Kirchgemeinde Oberreißen geworden, am 3. Sonntag im August zu einem Besuchsgottesdienst einzuladen. So auch in diesem Jahr. Zahlreiche Besucher hatten sich in der Jakobskirche eingefunden, um an dem fröhlichen Gottesdienst teilzunehmen. David Bong beglückte die Zuhörer mit seiner wunderbaren Stimme und lud zum Mitsingen ein. Im Anschluss wurde die Hülse, die im Turmknopf der Kirche seit 1979 wartete, geöffnet. Es kamen viele Schriftstücke zum Vorschein, die von den Zeiten, in denen vorangegangenen Turmreparaturen durchgeführt worden waren, berichteten. So war die Turmhaube letztmalig 1979 am Boden, davon zeugt auch die Wetterfahne. Der Turmknopf selber kam vielen Besuchern aus der Nähe betrachtet, sehr groß vor. Auch sah man, dass er einmal vergoldet gewesen ist, an seiner Unterseite glänzten es noch golden. Der „Kaiserstiel“ wie die Befestigung der Turmbekrönung genannt wird, ist durch das Wetter der letzten 42 Jahre defekt und muss erneuert werden. Daher war es notwendig, sie abzunehmen. Nun soll die Bekrönung wieder im alten Glanz erstrahlen, dafür sammelt die Kirchgemeinde Oberreißen noch Spenden. Nachdem in den alten Schriften geschmökert worden war, wurde zu duftendem Kaffee und vielen Sorten herrlichstem Thüringer Kuchen eingeladen. Herzlichen Dank an die fleißigen Helfer, die diesen Tag vorbereitet haben, damit er so schön gelingen konnte.

In Willerstedt steht die Mauer um die St. Alban Kirche wieder, Gott sei Dank!

 

Die Kirche in Nirmsdorf wird von der Firma Keilwerth wieder in Stand gesetzt, nachdem ein großes Stück Deckenputz abgefallen war.

Ganz große Bauarbeiten sind derzeit an der St. Nikolauskirche in Rudersdorf im Gange. Die Fassade der Südseite, der Südwestseite und der Aufgang zur Empore werden erneuert. Dafür sind 152.000 € veranschlagt. Der Förderverein der Kirche erhielt Mittel aus dem „Denkmalschutz-Sonderprogramm BKM X“ und Zuwendungen des Kirchenkreises Apolda-Buttstädt. Das Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) bewilligte 37.700,00 €, da die Lage an der Via Regia und Besuche von Pilgern in der Kirche die Förderwürdigkeit nochmals hervorgehoben haben. Die Arbeiten sollen bis Oktober diesen Jahres abgeschlossen sein. In einem 2. Bauabschnitt sollen die anderen Seiten des Gotteshauses neu verputzt werden.

Andacht für September/Oktober 2021

„Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb“ 2. Korinther 9,7b

Nichts liebt Ferdinand so sehr wie Erdbeeren! Er liebt die kleinen roten Früchte in jeglicher Form: einfach so frisch gepflückt, auf dem Kuchen, im Jogurt oder als Marmelade – ganz egal – für Ferdinand sind sie durch nichts zu toppen. Und weil seine Mutter das weiß, und ihrem sechsjährigen Sohn eine Freudemachen will, hat sie im Frühjahr kleine Erdbeerpflanzen in Töpfen gekauft, damit sie noch in diesem Sommer welche ernten können. Gemeinsam haben sie die Pflanzen in den Garten gesetzt und nun wartet Ferdinand. „ So schnell geht das nicht“ sagt seine Mutter. „Sie müssen doch erst wachsen und reif werden. Du musst Geduld haben.“

Ferdinand versucht geduldig zu sein, aber nach drei Tagen ist es mit der Geduld vorbei. Er beschließt, den Erdbeerpflänzchen beim Wachsen zu helfen. So mickerig wie die aussehen, kann es ja ewig dauern. Vielleicht kann man sie ja ein bisschen in die Länge ziehen, denkt er sich. Er nimmt eine der kleinen Pflanzen in die Hand und zieht ganz vorsichtig. Erst hat Ferdinand tatsächlich das Gefühl, dass sie ein wenig länger wird. Doch dann hat er die kleine Pflanze plötzlich ganz in der Hand, mitsamt ihren Wurzeln. Ferdinand ist erschrocken.

Er startet einen neuen Versuch. Nach der vierten ausgerissenen Erdbeerpflanze muss er heulen. Als seine Mutter ihren Jungen im Garten auf der Erde findet, weint er immer noch. Zwischen seinen Schluchzenn erzählt er ihr von seinem Plan, den Erdbeeren beim Wachsen zu helfen. Seine Mutter kann ihr Lachen kaum verbergen. „ An sich ist deine Idee, den Pflanzen beim Wachsen zu helfen zu wollen, nicht schlecht“, meint sie. “Aber das müssen wir anders machen. Wir müssen sie in die Erde setzen, wo sie viel Sonne haben, sie morgens und abends gießen“. „Und dann wachsen sie von alleine?“ will Ferdinand wissen. „ Ich glaube, Gott lässt alles wachsen. Er hat alles auf der Erde gemacht, auch deine geliebten Erdbeerpflanzen“.

Die nächsten Wochen werden nicht einfach für Ferdinand. Seine Mutter hat neue Pflanzen gekauft und gepflanzt. Miteinander haben sie sich gekümmert. Im Juni wird seine Geduld endlich belohnt. Die grünen kleinen Früchte färben sich rot. Glücklich steckt er sich die erste Erdbeere des Jahres in den Mund. Was für ein Genuss!

In den nächsten Wochen kann Ferdinand immer wieder Erdbeeren genießen. Wenn auch die Ernte im Ganzen nicht besonders üppig ist, reicht es doch für einen Kuchen und für ein paar Gläser Erdbeermarmelade.

Eigentlich müsste man sich mal bei Gott bedanken, denkt Ferdinand glücklich. Aber wie macht man das? Seine Mutter hat eine Idee. Am Erntedanktag bringen die Leute Früchte, Gemüse und Blumen aus ihrem Garten in die Kirche, weil sie sich für alles bedanken wollen, was Gott hat wachsen lassen. Und dann werden die Gaben an Menschen weiter verschenkt, denen es nicht so gut geht und die solche Dinge selbst nicht haben.

Etwas unschlüssig betrachtet Ferdinand die Gläser mit der Erdbeermarmelade. Doch dann steht sein Entschluss fest. Am Tag vor dem Erntedankfest geht seine Mutter mit ihm in die Kirche. In Hand hält Ferdinand ein Marmeladenglas. Vor dem Altar liegen schon Kürbisse, Äpfel, Kartoffeln, Birnen, zwei Brote und noch viel mehr.

Ein Schild mit einem Spruch steht an den Altar gelehnt. Was da steht, will Ferdinand wissen, der noch nicht lesen kann. Seine Mutter liest vor:“ Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“ Mich dann auch, denkt Ferdinand und stellt gut gelaunt seine Erdbeermarmelade mitten auf einen großen, dicken Kürbis. Seine Mutter betet mit ihm: “Alle guten Gaben, alles was wir haben, kommt, o Gott von dir: Dank sei dir dafür. Amen“

Bleiben Sie gesegnet! Ihre Pastorin Evelin Franke