Andacht für Oktober 2020

„Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen liegt in des Himmels Hand. Der tut mit leisem Wehen, sich mild und heimlich auf und träuft wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.

Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn. drum dankt ihm dankt und hofft auf ihn.“

So heißt es in dem wunderbaren Lied von Matthias Claudius. Unser Leben und alles, was uns geschenkt wird, kommt von Gott. Wenn wir einmal mit diesem Blick auf uns und unser Dasein schauen, dann werden wir feststellen, mit wie viel Reichtum wir tagtäglich beschenkt werden. Wenn wir natürlich meinen, alles ist unser Verdienst, was wir sind und haben, dann könnte sich ganz schnell die Unzufriedenheit in unserem Leben breit machen. Zuerst über mich selbst, über meine Mitmenschen, über die Regierung, über eben alles…Ich fühle mich als zu kurz gekommener, als einer oder eine, dem alles Mögliche fehlt…Schnell werde ich missmutig und auch böse. Ich suche Schuld und Schuldige.

Ich möchte uns einladen, dass wir immer öfter einen Moment stille halten und so beten können:

Alle guten Gaben, alles was wir haben,

kommt, oh Gott, von dir,

wir danken dir dafür. Amen

 

Erntedank – das Fest, das uns die Augen öffnet für das alltägliche Wunder des Lebens. Ausreichende und gesunde Nahrung: keine Selbstverständlichkeit. Erde, die Leben hervorbringt und Mittel zum Leben: keine Selbstverständlichkeit, sauberes, genießbares Wasser: keine Selbstverständlichkeit. Wer dies erfährt, wächst in eine Kultur der Dankbarkeit hinein, eben Erntedank. Deshalb will dieses Fest in den Alltag wirken und hinein strahlen, so dass der Dank unseren Alltag durchdringe.

Mit herzlichen Grüßen für Sie und Ihre Lieben Ihre Pfarrerin Evelin Franke

Bleiben Sie behütet.

 

Monatsspruch September 2020

Monatsspruch September:

Ja, Gott war es, der die Welt mit sich versöhnt hat. 2. Kor.5,19

Wenn ich das Wort „versöhnen“ höre, dann denke ich an ein wechselseitiges Geschehen: man versöhnt sich miteinander. Ein Kompromiss wird gesucht. Ein Streit wird einvernehmlich geschlichtet. „Wir haben uns wieder versöhnt“, d.h. „wir haben das, was zwischen uns stand, besprochen. Wir haben uns ausgesprochen und versucht, das Trennende zu beseitigen. Und es ist uns gelungen. Wir kommen wieder miteinander zurecht. Ja, wir haben uns versöhnt.“ Das, was voneinander trennt, wird von beiden Seiten aus dem Weg geräumt. Jeder schaufelt das weg, was er oder sie an Trennendem angehäuft hat, jeder hat schließlich das Seine beigesteuert, beide waren schuld. Doch beide Seiten müssen zur Versöhnung bereit sein, Entschuldigungen müssen auch angenommen werden. Nachtragend zu sein, macht Versöhnung unmöglich. Versöhnung ist ein wechselseitiges Geschehen.

Paulus schreibt von der Versöhnung ein klein wenig anders, als es meiner und ich denke auch Ihrer Alltagserfahrung entspricht. Auch bei ihm ist Versöhnung ein wechselseitiges Geschehen. 2 Seiten sind beteiligt: Auf der einen Seite Gott und auf der anderen Seite die Welt. Paulus schreibt nicht „Gott und die Welt haben sich versöhnt.“ Stattdessen lesen wir „Gott versöhnte die Welt mit sich selber.“ Nicht der schuldig gewordene Mensch kommt zu Gott und bittet um Entschuldigung, sondern einzig und allein von Gott geht die Versöhnung aus. Er schaufelt von seiner Seite weg, was die Welt an Trennendem angehäuft hat. Gott macht dies auf eine uns Menschen unverständliche Weise, nämlich durch seinen Sohn. Christus wird am Kreuz zur Sünde. Er stirbt und schafft durch seinen Tod die Sünde aus der Welt. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich meine das nicht lapidar. Mir geht es überhaupt nicht darum, Sünde zu verharmlosen. Ich brauche dabei nur von mir aus zu gehen, aber ich denke, vielen von Ihnen geht es ähnlich. Wir sind unzufrieden mit uns. Uns selbst so anzunehmen, wie wir sind, fällt uns schwer. Unsere Unvollkommenheit steht uns häufig im Weg. Da gibt es Ereignisse, die wir am liebsten ungeschehen machen wollen. Innerliche Wunden, die einfach nicht heilen wollen. Mir geht oft durch den Kopf, was ich bisher alles falsch gemacht habe oder wo ich zumindest nicht das Richtige getan habe. Dann fangen die Gedanken zu kreisen an: „Hätte ich nur nicht…!“ oder „Wäre ich doch…!“ Und selbst, wenn vertraute Menschen mir sagen „Die Zeit heilt alle Wunden! Das wird schon wieder! Mach dich deswegen nicht fertig!“, denke ich mir „Ihr habt gut reden, es betrifft euch ja nicht.“ Sünde ist das Verkrümmtsein des Menschen in sich selbst. Ich bin so fixiert auf mich, dass ich weder Gott noch andere Menschen an mich ran lasse. Doch Gott nimmt die Sünde weg. Einfach so. Trotz, nein gerade wegen unserer Unvollkommenheit. Wir haben nichts, aber auch gar nichts dazu beigetragen. „Gott versöhnte die Welt mit sich selber.“ Er hat das gemacht, nicht unsere vorbildliche Frömmigkeit, unsere Kirchenzugehörigkeit, nicht einmal unser Glaube an Gott waren dazu notwendig. Und deswegen gilt die Versöhnung auch heute nicht nur den glaubensstarken Christen. Sie gilt den Zweiflern ebenso wie den Unentschlossenen. Sie gilt allen, restlos allen. Denen, die mit Kirche nichts am Hut haben genauso wie den Kirchenältesten – und zwar im gleichen Maße. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Es gibt ein Lied, was dieses Gesehen in schönen Bildworten beschreibt, wie diese Versöhnung aussehen kann: Wie ein Fest nach langer Trauer, wie ein Feuer in der Nacht, wie ein Tor in einer Mauer, für die Sonne auf gemacht…wie ein Brief nach langem Schweigen, wie ein unverhoffter Gruß, wie ein Blatt an toten Zweigen, ein Ich – mag – dich – trotzdem – Kuss…

Mit herzlichen Grüßen für Sie und Ihre Lieben!

Ihre Pfarrerin Evelin Franke

 

 

Monatsspruch für August 2020

„Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.“ Psalm 139,14

Ich bin wunderbar gemacht“ – diesen Satz aus tiefster Überzeugung zu sprechen, fällt uns als Erwachsene deutlich schwer. Haben wir nicht eher 100 Dinge an uns zu bemängeln? Dem einen sind seine Haare zu lockig, dem anderen sind sie zu glatt, der dritte stöhnt, dass er gar keine Haare mehr hat. Was für äußere Merkmale gilt, gilt für die inneren erst recht: Wer von uns wäre nicht gerne intelligenter, witziger, unterhaltsamer usw. Stattdessen müssen wir uns mit dem Maß an Eigenschaften und Begabungen zufrieden geben, das Gott uns mit auf den Weg gegeben hat. Das fällt uns manchmal schwer.

Der Beter von Psalm 139, aus dem unser Monatsspruch stammt, richtet seinen Blick zu Anfang seines Gebets gar nicht auf sich selbst, sondern in die Ferne, bis an die Enden der Erde. Er staunt darüber, dass Gott überall zu finden ist, ja viel mehr, dass Gott ihn überall findet. Gott sucht unsere Nähe, weil er uns zugetan ist, weil er uns liebt und zwar genau so, wie wir sind. Ich glaube,da, wo ein anderer uns bezeugt: „Ich liebe dich, und zwar genauso, wie du bist“, da lernen wir am ehesten, uns auch selbst zu lieben und wert zuschätzen. Die Erfahrung, dass Gott um keinen Preis auf ihn verzichten will, ist es, die unseren Beter dazu bringt, zu sich selbst zu stehen und zu bekennen: Ich danke dir, Gott, dass ich wunderbar gemacht bin. Ich bin wunderbar gemacht – das gilt für mich, aber für den Menschen neben mir in gleicher Weise. Gott hat viele Ideen davon, wie ein gelungener Mensch aussieht, und jede und jeder von uns verkörpert eine davon.

Letztlich kann uns unser Monatsspruch nur zu mehr Toleranz führen. Wer ihn ernst nimmt, für den kommt etwa Rassismus als Lebenseinstellung nicht in Frage. Denn Rassismus ist die Herabwürdigung eines großen Teils der wunderbaren Werke Gottes.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“, heißt es in unserem Grundgesetz.
Dieser Satz gilt für alle Menschen. Für uns Christen ist die Menschenwürde keine in uns liegende Eigenschaft, sondern liegt darin begründet, dass Gott uns als sein Gegenüber haben will. Wir bringen sie aber erst richtig zum Leuchten, wenn wir die Beziehung zu Gott und zu unseren Mitmenschen pflegen.
Ich wünsche Ihnen, dass die Erfahrung der Liebe Gottes Ihnen hilft, sich selbst anzunehmen und Sie so die Freiheit gewinnen, auch andere in Ihrer Andersartigkeit schätzen zu lernen.

Mit herzlichen Grüßen für Sie und Ihre Lieben!

Ihre Pfarrerin Evelin Franke

Gemeindebeitrag 2020

Freundliche Erinnerung an die Zahlung des freiwilligen Gemeindebeitrag für das Jahr 2020.

Wir möchten alle Gemeindeglieder, die das noch nicht getan haben, sehr herzlich darum bitten, dies noch zu tun. Sie können dies im Büro, Gregor-Reimann-Str. 1 jeden Dienstag von 16.00 – 18.00 Uhr bezahlen oder auch auf das Konto der Ev. Kirchgemeinde Buttstädt überweisen.

Buttstädt Nordthüringer Volksband e. G. Filiale Buttstädt
IBAN: DE 85 8209 4054 0002 2661 80
BIC: GENODEF1NDS

Für jeden bezahlten Euro bekommt die Kirchgemeinde 0,50 Euro Zuschuss vom Kirchkreis. Wir würden uns freuen, wenn Sie helfen.

Neue Ideen für Michaeliskirche Buttstädt

Die Kirche St. Michaelis soll umgebaut werden. Dafür suchen wir Ideen für ein Nutzungskonzept für die Zukunft. Bitte teilen Sie uns Ihre Ideen mit unter folgendem Link:

www.zukunft-buttstaedt.de/michaelisbaut/

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

Beitrag in der Thüringer Allgemeinen, Lokalteil Sömmerda v. 18.05.2020

Monatsspruch für Mai 2020

Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.(2.Tim1,7)

Paulus sitzt im Gefängnis und schreibt diese Worte an seinen Freund Timotheus. Er macht sich auch selbst Mut mit seinen Worten. Sich gefangen, sich eingesperrt fühlen, das ist furchtbar. Vielleicht kennen das die Älteren unter uns noch aus dem Krieg. Da war die Furcht konkreter, leere Vorratsschränke, ein Feind an der Front oder im Flugzeug, ein brennendes Haus, ein Balken, der herabstürzt, davon haben Sie mir erzählt und von der Kraft, die das Aushalten gekostet hat.Jetzt ist die Furcht ganz unwirklich. Vor einem Virus, den wir nicht sehen können, der aber um uns ist und in jedem von uns sein kann. Durch ihn müssen wir körperliche Berührungen und Kontakte meiden, müssen uns selbst wegsperren. Wer eingesperrt ist, hat allen Grund sich zu fürchten. Wenn unser Kopf und unser Herz voller Furcht ist, dann können wir keinen klaren Gedanken fassen. Aber es ist wichtig, dass wir besonnen handeln im Leben und angesichts der hohen Ansteckungsgefahr. Die meisten bekommen das erstaunlich gut hin in diesen Tagen: halten ausreichend Abstand und waschen sich mehrmals am Tag gründlich die Hände. Das ist die Besonnenheit im Kopf und daraus folgt Hände waschen – Hygiene für die Hände. Aber die Besonnenheit im Kopf reicht nicht aus. Wir brauchen auch Besonnenheit im Herzen. Ohne Besonnenheit im Herzen ist Zusammenhalt auf Dauer nicht möglich. Aus der Besonnenheit im Kopf folgt Hände waschen – Hygiene für die Hände.Aus der Besonnenheit im Herz folgt Hände falten und beten – Hygiene für unser Herz:

Stille aushalten; Stille suchen; ein Lied anstimmen; nicht denken, wer ruft mich an, sondern wen kann ich anrufen und wen kann ich wie unterstützen? Aus Besonnenheit im Herz die Hände falten und dann zum Hörer greifen oder zum Stift – selbst junge Leute können das wieder – zum Stift greifen in diesen Tagen. Aus Besonnenheit im Herz die Hände falten und dann auf eigene und fremde Grenzen achten. Wie dieser besonnene Stationsleiter. Er passt auf, dass die Pflegekräfte ihre Pausen einhalten und regelmäßig etwas essen und sich stärken. Überall große und kleine Lichter der Besonnenheit. Gottes Liebe und die Besonnenheit, die er in unsere Herzen gibt, kommt in diesen Tagen an vielen Stellen wunderbar zum Leuchten, wie die gelben Rapsfelder. Sehen Sie, wie sie leuchten! Mach es wie die Blumen, wende dein Gesicht der Sonne zu. Die Schatten bleiben, aber sie fallen in diesem Augenblick hinter dich. Fürchte dich nicht! Wende dein Herz Gott zu und seinem Licht – auch dein Herz ist besonnen. Und aus der Besonnenheit im Herz folgt Hände falten und beten – Hygiene für unser Herz: Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Mit herzlichen Grüßen für Sie und Ihre Lieben! Ihre Pfarrerin Evelin Franke

Monatsspruch für April 2020

Wochenspruch für den Monat April

Es wird gesät verweslich, und wird auferstehen unverweslich. 1. Korinther 15,42

Kraft für das Leben

Ein Frühlingstag auf dem Friedhof.Blau schimmert der Himmel durch die Bäume, in den Zweigen zwitschern die Vögel. Die Sonne scheint warm auf die Haut, die Natur erwacht zu neuem Leben. – Doch wir müssen einen Menschen beerdigen. Weinend gehen die Angehörigen hinter dem Sarg her. Kaum auszuhalten ist manchmal die Spannung, in der unser Leben steht. Zwischen Schönem und Schwerem, Leben und Tod. Nicht nur an diesem Frühlingstag auf dem Friedhof. Sondern auch in den letzten Wochen an jedem Abend, wenn man die Nachrichten einschaltet und die Zeitung aufschlägt: Die Corona – Pandemie hält die Welt in Atem. Hilflos sind wir einem kleinen Virus ausgesetzt. Wir versuchen alles zu tun, um das Leben zu schützen. Jeder einzelne ist aufgerufen, nicht nur an sich zu denken. Wir wissen nicht, wie lange diese Angst und Unsicherheit noch anhält. Aber es flimmern auch Bilder von Krieg, Leichen auf den Straßen und flüchtende Menschen. Manchmal erschlagen sie mich fast, die Bilder von Menschen in Sorge und Not im Angesicht des Todes. Und ich fühle mich so hilflos. Gott, es gibt Tage, da erscheint mir der Himmel als leeres Versprechen und der Tod als Tunnel ohne jegliches Licht. Ich klage deinen Namen an der Mauer, die mich trennt von dir, als könnte ich dich zurück ins Leben rufen. Und lehne mich an den Stein vor dem Grab, als sei die Hoffnung eine Frage, deren Antwort noch aussteht.

Ostern ist die Antwort. Ostern erzählt mir etwas anderes. Jesus ist auferstanden, er wurde von Gott aus dem Tod geholt. Gott selbst sorgt dafür, dass das Leben den längeren Atem hat. Jedes Jahr zur Osterzeit wirbt er mit zarten Farben und Tönen um Vertrauen in seine Kraft. Er pflanzt mir Hoffnung ins Herz, die mich stark und mutig macht. Am Ende ist die Liebe stärker als die Gewalt. Und der Friede wird den Krieg überdauern. Denn Gott selbst setzt seine Kraft für das Leben ein und er lässt es siegen über den Tod.

Mit herzlichen Grüßen für Sie und Ihre Lieben!

Ihre Pfarrerin Evelin Franke Bleiben Sie gesund und behütet!

Gottesdienst to go!!

Schauen Sie doch am Karfreitag oder am Ostermontag bei Ihrer Kirche St. Michaelis oder in den Dörfern am Ostersonntag bei Ihren Dorfkirchen vorbei. An den Kirchentüren hängen Osterandachten aus, die Sie zu Haus mit Ihren Angehörigen feiern können.

Ein gesegnetes Osterfest!

 

PS: ein kleines Ratespiel finden Sie Ihre Kirchentür??

Monatsspruch für März

„Jesus Christus spricht: Wachet!“ (Mk.13,37)

Was könnte mit dieser Aufforderung gemeint sein? Jesus bittet Menschen zu wachen, wach zu bleiben, um wie im Garten Gethsemane gemeinsam mit ihm zu beten. Und er ist traurig, als er sie schlafend findet. Wie oft habe ich am Bett der Kinder wachend verbracht, um sie zu trösten, wenn sie aus dem Fieberschlaf aufgeschreckt sind.

„Wachet“, das ist anstrengend, die eigenen Bedürfnisse stehen im Hintergrund. Meine ganze Aufmerksamkeit ist gefragt. Ich passe auf etwas auf. Auf ein Haus, auf einen Menschen, auf ein Tier… Jesus bittet seine Jünger und auch uns heute, die Liebe zu hüten, dieses hauchzarte Zelt, in dem Gott selbst wohnt. Auf diese Weise passen wir auf Gott selbst auf, überall dort, wo er gefährdet ist. Keiner kann immerzu wachen, schon gar nicht allein.

Wachablösung tut not, um sich ausruhen zu können. Es gibt auch Zeiten, da eigne ich mich nicht zum Wachen, weil ich erschöpft bin von Trauer, Sorge oder Angst. Dann wieder fühle ich mich stark und erfüllt von frischer Kraft. „Wachet“ Gott ist ein Angewiesener. Er braucht uns, um sein Haus und seine Menschen zu hüten, zu behüten. Gott setzt mich ein als Hüterin oder als Hüter. Nach meinen Kräften erfülle ich dieses Amt. Und wenn ich erschöpft bin, ruhe ich mich aus, und vertraue es anderen an. Ich halte Gott in der Welt und lass mich halten von seiner Liebe.

Segenswunsch
Ich wünsche dir, dass du wach bleibst, aufmerksam und konzentriert, wenn ein anderer dich braucht. Aufgeweckte Augen wünsche ich dir, scharfe Sinne und einen ausgeschlafenen Geist, damit du die Not deines Gegenübers erkennst.
Einen klugen Kopf wünsche ich dir, Fantasie und Pfiffigkeit, um das Leid eines anderen Menschen zu lindern. Und dass du nicht müde wirst, deinen Nächsten zu begleiten und ihn zu stärken auf schweren Wegen. Amen.

Mit herzlichen Grüßen für Sie und Ihre Lieben!
Ihre Pastorin Evelin Franke

Abschiedsgedanken von Carolin Schaback

„Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott euch fest in seiner Hand…“

Liebe Gemeindemitglieder!

Im Abschied ist die Geburt der Erinnerung“, so hat es Salvador Dalí formuliert.

Vor allem in den letzten Wochen hatte ich viel Gelegenheit, die letzten 13 Jahre Revue passieren zu lassen.

Im Oktober 2006 kam ich hierher, um den Dienst als Kantorin für die Kirchspiele Buttstädt und Rastenberg aufzunehmen.

Nach dem Abitur hatte ich mit dem Kirchenmusikstudium das große Glück, dass ich mein bisheriges Hobby zum Beruf machen konnte.

Doch voller Elan von früh bis spät pausenlos durchzupowern, das war gleichzeitig immer eine von mir unterschätzte (oder verdrängte) Gefahr. Schon als ich noch alleinstehend war, und erst recht als Ehefrau und Mama, wo ich im Beruf UND in der Familie jeweils alles und noch mehr geben wollte.

Die gesundheitlichen Auswirkungen haben mich im Laufe der letzten Jahre immer mehr zum Umdenken gezwungen.

Inzwischen weiß ich: Die Zeiten und Voraussetzungen ändern sich, das ist einfach der Lauf der Dinge. Und es ist in Ordnung so.

Alles hat seine Zeit.“ – Johanna ist inzwischen ein Schulkind geworden.

Für mich ist es an der Zeit beruflich nach neuen Wegen zu suchen. Aber, keine Angst, ich bleibe der Musik nach wie vor treu: Es wird nach dem derzeitigen Stand in Richtung Musikunterricht und Musiktherapie gehen.

Meinen Dienst hier in unseren Gemeinden beende ich nach all den Jahren natürlich mit Wehmut, gleichzeitig aber auch voller Spannung auf das, was kommt, was Gott mit mir – und mit uns – zukünftig vorhat.

Rückblickend möchte ich an dieser Stelle ALLEN, die mich / bzw. uns in all den Jahren begleitet haben, ein herzliches Dankeschön sagen.

Familie, Freunde, Kolleginnen und Kollegen, Chorsänger(innen), Instrumentalisten und viele weitere Gemeindemitglieder haben meinen Weg ein Stück weit mitgeprägt.

Ich bin froh und dankbar, dass es in den einzelnen Chorgruppen dank David Bong und Kantor Ralf Kleb wunderbar weitergehen kann.

Besonders möchte ich nochmal allen danken, die den Verabschiedungsgottesdienst am 8. Februar 2020 mitgestaltet haben und diesen Tag zu einem so schönen und bewegenden Erlebnis gemacht haben.

Ich fühle mich reich beschenkt – einmal durch die vielen schönen Geschenke und Blumen, zum anderen durch so viele warme und ermutigende Worte, gute Wünsche und herzliche Umarmungen.

Auch in Zukunft freue ich mich auf so manches Wiedersehen und behalte so viele schöne Erinnerungen an die gemeinsamen Jahre dankbar im Herzen.

Bleibt behütet. Und nochmals für alles ein herzliches DANKESCHÖN!